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Verantwortungsbewusstes Spielen – Das A und O beim Online-Gambling

Spielsucht kann jeden betreffen, unabhängig von Alter oder Gesellschaftsschicht. Es beginnt als harmlose Freizeitbeschäftigung und endet in einer unkontrollierbaren Besessenheit mit schwerwiegenden Folgen. Unabhängig davon, ob Sie auf Sportwetten, Roulette, Poker oder Automatenspiele setzen, kann Spielsucht Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen zerstören, Ihren Arbeitsplatz gefährden und nicht zuletzt zu unüberwindbaren finanziellen Problemen führen. Es kann sogar so weit kommen, dass Sie Handlungen begehen, die Sie sich vorher noch nicht einmal vorstellen konnten.

Spielsucht, pathologisches Spielen, zwanghaftes Spielen oder Glücksspielstörung sind nur verschiedene Namen für das gleiche Symptom: eine Störung der Impulskontrolle. Pathologische Glücksspieler sind nicht in der Lage, den Impuls zum Zocken zu beherrschen, auch wenn sie sich der negativen Folgen bewusst sind. Sie müssen weiterspielen, egal, ob sie gewinnen oder verlieren. Geldnot oder Scham können sie nicht davon abhalten, weiterzuspielen, auch wenn ihnen bewusst ist, dass die Chancen gegen sie stehen. Spielsüchtige sind auf Hilfe angewiesen und wir zeigen Ihnen, wie und wo Sie sie bekommen können.

Wie entsteht Spielsucht?

Wenn Sie verstehen wollen, was Menschen spielsüchtig macht, müssen Sie wissen, dass es keine typischen Ursachen für pathologisches Spielen gibt. Glücksspielsucht entsteht aus einer Mischung von genetischen Faktoren, erlernten Denkweisen und sozialen Stressfaktoren. Natürlich gibt es Faktoren, die die Entwicklung einer Spielsucht begünstigen, wie zum Beispiel psychische Krankheiten. Die Wissenschaft geht heutzutage davon aus, dass Menschen mit einem niedrigen Serotoninspiegel anfälliger für pathologisches Spielen sind als andere.

Pathologische Spieler sind ständig auf der Suche nach neuen Erlebnissen, um sich beim Spielen entweder entspannt oder erregt zu fühlen. Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen mit Spielsucht-Symptomen oft zu Beginn ihrer Glücksspiel-Karriere einen großen Geldbetrag gewonnen, ihn aber kurz danach wieder verloren haben. Der leichte Zugang zur Droge Glücksspiel ist ein weiterer Risikofaktor für zwanghaftes Spielen.

Wie merke ich, ob ich spielsüchtig bin?

Bevor wir auf die Frage: „Spielsucht, was tun?“ eingehen, ist es zunächst wichtig, die Anzeichen dieses Problems zu erkennen. Spielsucht gilt als „versteckte Krankheit“, da es anders wie bei Rauchern oder Alkoholabhängigen keine körperlichen Symptome gibt. Der süchtige Spieler selbst verdrängt das Problem in der Regel oder spielt es herunter. Sie haben möglicherweise ein Glücksspielproblem, wenn Sie:

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Ihr Spielen gegenüber anderen geheim halten. Wenn Sie im Verborgenen spielen oder lügen, wenn es darum geht, wie viel und wie oft Sie zocken. Vielleicht haben Sie das Gefühl, andere würden es nicht verstehen, oder Sie reden sich selber ein, sie mit einem großen Gewinn zu überraschen.

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Ihr Glücksspiel nicht kontrollieren können. Sind Sie in der Lage, aufzustehen und zu gehen, wenn Sie erst mal mit dem Spielen angefangen haben? Oder sind Sie gezwungen, so lange weiterzuspielen, bis Sie Ihren letzten Euro verloren haben und bis dahin Ihre Einsätze erhöhen, um Ihre Verluste zurückzugewinnen?

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Auch dann spielen, wenn Sie selbst kein Geld haben. Sie verbleiben stundenlang in der Spielbank, bis Sie alles ausgegeben haben. Wahrscheinlich verspüren Sie den Drang, Wertgegenstände zu verkaufen, sich Geld zu leihen oder sogar zu stehlen, um weiterspielen zu können.

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Ihre Familie sich um Sie sorgt. Eine Abkapselung fördert das Glücksspiel nur noch mehr. Wenn Ihre Freunde und Familienmitglieder besorgt sind, sollten Sie ihnen genau zuhören. Es zeugt nicht von Schwäche, wenn man um Hilfe bittet und wahrscheinlich erhalten Sie nur so die notwendige Beratung eines Außenstehenden. Viele ältere Menschen schämen sich, ihren erwachsenen Kindern zu beichten, dass sie ihr Vermögen verspielt haben. Aber es ist nie zu spät, einen neuen Weg einzuschlagen, um die Situation und somit Ihr Leben zu verbessern.

Pathologisches Glücksspiel zeigt sich durch anhaltendes und wiederkehrendes Problemglücksspiel, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome auftauchen:

  • Die Gedanken kreisen um das Spielen, entweder durch Reflektion vergangener Glücksspiele, oder die Planung des nächsten Glücksspielerlebnisses inklusive der Überlegung, wie man es finanzieren kann.
  • Sie brauchen kontinuierlich mehr Geld für Glücksspiele, um ein befriedigendes Maß an Spielspaß zu erreichen.
  • Sie haben wiederholt erfolglos versucht, mit dem Spielen aufzuhören oder es zu reduzieren.
  • Sie werden unruhig, wenn Sie das Spielen reduzieren oder ganz damit aufhören.
  • Sie spielen, um Problemen zu verdrängen oder um Depressionen oder Angstzustände zu lindern.
  • Sie begehen Straftaten oder nehmen Kredite auf, um Ihren Drang zu finanzieren.
  • Sie setzen durch übermäßiges Glücksspiel wichtige Beziehungen, Ihre Arbeitsstelle oder andere wichtige Verpflichtungen aufs Spiel.
  • Sie müssen sich Geld leihen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken, die durch das Spielen entstanden sind.

Die 3 Phasen der Spielsucht

Eine Glücksspielabhängigkeit kann durch folgende Phasen dargestellt werden:

  • Gewinnphase. In diese Phase spielen Sie nur gelegentlich und genießen die Gewinne. Je öfter Sie spielen, umso größer wird der Wunsch, den Einsatz zu erhöhen. Diese Anfangsphase der Spielsucht bleibt in den meisten Fällen unbemerkt, da kein größerer Schaden eintritt.
  • Verlustphase. Hier manifestiert sich das Problem. Sie versuchen, das Spielen zu verheimlichen und denken auch außerhalb der Spielbank immer häufiger über das Spiel nach. Sie verlieren Geld und müssen sich neues für das Spiel leihen. In dieser Phase sind Sie oft reizbar oder müde und erleben Stimmungsschwankungen.
  • Verzweiflungsphase. Wenn Sie diese Phase erreicht haben, besteht die Gefahr, wichtige soziale Kontakte oder sogar die Arbeitsstelle zu verlieren. In dieser Phase lügen und betrügen Sie und stehlen eventuell sogar, um Ihre Verluste zu verheimlichen.

Spielsucht bekämpfen - erste Schritte zur Selbsthilfe

Der erste Schritt zur Bekämpfung einer Spielsucht besteht darin, dass Sie sich das Problem eingestehen. Es gehört viel Kraft und Mut dazu, insbesondere, wenn Sie hohe Summen verspielt haben.

  • Lernen Sie, negative Gefühle auf eine gesunde Weise abzubauen. Spielen Sie oft, wenn Sie sich langweilen oder alleine fühlen? Oder eventuell nach einem Streit mit einem Familienmitglied, Freunden oder Ihrem Partner? Das Spielen ist häufig ein Ventil, um negative Erlebnisse zu verarbeiten. Es kann aber auch der Entspannung dienen und viele nutzen es, um soziale Kontakte zu knüpfen. Für alle diese genannten Motive gibt es aber weitaus bessere und effektivere Methoden.
  • Suchen Sie sich Unterstützung im Bekanntenkreis. Es ist unmöglich, die Abhängigkeit alleine zu bewältigen. Wenden Sie sich an Ihre Familie oder Personen aus dem Freundeskreis, die mit dem Spielen nichts am Hut haben. Wenn Ihr Bekanntenkreis nicht sehr groß ist, gibt es auch außerhalb der Spielbanken, Spielotheken oder Internet-Glücksspielen zahlreiche Möglichkeiten, neue Bekanntschaften zu machen. Sie können zum Beispiel versuchen, sich Ihren Arbeitskollegen zu nähern oder je nach Interessen einem Sportverein oder einem Buchclub beitreten, sich an der VHS für einen Bildungskurs anmelden oder sich ehrenamtlich für ein gemeinnütziges Projekt engagieren.
  • Bitten Sie bei auftretenden Stimmungsstörungen, die mit dem Spielen zusammenhängen, umgehend um Hilfe. Angstzustände, Stress, Depressionen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch können Spielprobleme auslösen, aber auch durch zwanghaftes Spielen verschlimmert werden. Auch wenn Sie das Spielen aufgegeben haben, können solche oder ähnliche Probleme immer wieder auftauchen. In diesem Fall ist es wichtig, sich ihnen zu stellen.

Für die meisten Spielsüchtigen ist es nicht das größte Problem, mit dem Spielen aufzuhören, sondern nicht wieder damit anzufangen. Durch den leichten Zugang zu Spielen wird das Problem immens verstärkt. Durch das Internet ist der Zugriff auf Glücksspiele kinderleicht geworden und das macht es Spielsüchtigen schwer, nicht rückfällig zu werden. Online-Spielotheken und Buchmacher sind rund um die Uhr für jeden verfügbar, der ein Handy besitzt oder Zugang zu einem PC hat. Der Weg aus der Spielsucht ist aber dennoch möglich, wenn Sie sich mit vertrauten Personen umgeben, denen Sie ganz offen Rechenschaft ablegen und ihnen die Kontrolle über Ihre Finanzen überlassen. Gehen Sie den Verlockungen von lokalen Spielhallen und Websites aus dem Weg und widmen sich stattdessen sinnvolleren Aktivitäten. Spielen Sie das Spiel des Lebens!

Der Weg aus der Spielsucht besteht darin, die Dinge zu meiden, die Ihnen das Spielen ermöglichen und sie durch bewusste Entscheidungen zu ersetzen, die Ihnen guttun. 4 Dinge, die Sie benötigen, um weiter spielen zu können, sind die folgenden:

  • Der Wille Bevor Sie anfangen zu spielen, müssen Sie zuerst die Entscheidung dazu treffen. Sobald Sie den Wunsch verspüren, lassen Sie alles stehen und liegen und rufen Sie jemanden an, der mit Ihrem Problem vertraut ist. Machen Sie sich die negativen Folgen für Ihr Handeln klar und sagen Sie zu sich selber, dass Sie aufhören sollen, über das Spielen nachzudenken und suchen Sie sofort etwas anderes, mit dem Sie sich beschäftigen können.
  • Das Geld Ohne Geld kann man nicht zocken! Geben Sie Ihre Bankkarten ab, übertragen Sie Ihrer Familie die Kontrolle über Ihr Geld, lassen Sie regelmäßige Zahlungen per Dauerauftrag von Ihrer Bank automatisch erledigen, kündigen Sie alle Wettkonten und behalten Sie nur ein kleines Taschengeld bei sich.
  • Die Zeit Wenn Sie keine Zeit haben, können Sie nicht spielen. Planen Sie eine ausgefüllte Freizeit für sich selbst, in der das Spielen keinen Platz hat. Wenn Sie es gewohnt sind, auf Ihrem Handy zu zocken, suchen Sie neue Möglichkeiten, um sich nach Feierabend zu beschäftigen.
  • Das Spiel an sich Führen Sie sich nicht in Versuchung. Unterrichten Sie Ihre Glücksspielanbieter von Ihrem Problem und beantragen Sie einen Selbstausschluss. Löschen Sie alle Glücksspiel-Apps und blockieren Sie Spielseiten auf Ihrem Handy und/oder Computer.

Der Sieg über die Spielsucht hängt im Großen und Ganzen davon ab, ob Sie andere Verhaltensweisen finden, die das Spielen und die dadurch hervorgerufenen Emotionen ersetzen können. Hier sind ein paar Beispiele dazu:

  • Für die Spannung suchen Sie sich ein interessantes Hobby wie Klettern oder Rennen.
  • Wenn es Ihnen um Geselligkeit geht, oder um Schüchternheit und daraus resultierende Einsamkeit zu überwinden, gibt es viele Möglichkeiten. Suchen Sie vermehrt den Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern oder suchen Sie neue Bekanntschaften. Falls Ihnen das schwerfällt, gibt es Beratungsstellen und soziale Gruppen, die Ihnen oft in Freiwilligenarbeit helfen können.
  • Anstatt mit dem Spielen negative Stimmungen und Probleme zu verdrängen, sollten Sie eine Therapie in Erwägung ziehen.
  • Suchen Sie nach Sachen, die Sie interessieren. Egal, ob Sie Sport, Musik, Kunst, oder Literatur bevorzugen, wenn Sie etwas Interessantes finden, mit dem Sie sich beschäftigen können, werden Sie schnell neue Bekanntschaften machen.
  • Nach einem anstrengenden Tag können Sie Stress durch Meditation oder eine Massage abbauen.
  • Um finanzielle Probleme zu lösen, sollten Sie unbedingt Hilfe bei einer professionellen Schuldnerberatungsstelle suchen.

Der Wunsch zu spielen steckt in Ihnen und wird immer wieder auftauchen, aber je mehr Alternativen Sie haben, um gesündere Entscheidungen zu treffen und je stärker Ihr Unterstützungsnetzwerk dabei ist, umso leichter wird es, dem Verlangen zu widerstehen und den Widerstand zu Ihrer Gewohnheit zu machen. Falls Sie ein Verlangen nach dem Spielen verspüren, können Sie als erste Spielsucht Selbsthilfe Folgendes tun:

Raus aus der Isolation. Treffen Sie sich mit Freunden, rufen Sie jemanden an, der mit Ihrer Situation vertraut ist, oder besuchen Sie ein Treffen der anonymen Spieler.

Verzögern Sie den Drang zu spielen. Setzen Sie sich einen Termin in fünf, zehn oder 30 Minuten, anstatt sofort loszurennen. In der Zwischenzeit kann das innere Verlangen vergehen oder zumindest so weit abschwächen, dass Sie ihm widerstehen können.

Machen Sie sich die Folgen bewusst, wenn Sie dem Verlangen nachgeben. Denken Sie daran, wie Sie sich fühlen werden, wenn das Geld verspielt ist und Sie Ihren Lieben eine erneute Niederlage beichten müssen.

Lenken Sie sich ab, schauen Sie einen Film oder gehen Sie ins Fitnesszentrum und denken Sie daran, wie viel Geld Sie gerade sparen.

Was machen Glücksspielbetreiber, um Sucht zu unterbinden?

Ordentlich lizenzierte Onlinespielbanken sind verpflichtet, Informationen zum verantwortungsbewussten Spielen auf der Website anzubieten. Die Betreiber müssen die Grundsätze des sicheren Glücksspiels leicht zugänglich machen und auf die Gefahren der Spielsucht hinweisen. Die Spieler sollen darauf hingewiesen werden, dass man:

  1. nur mit Geld spielen soll, dass man bereit und in der Lage ist, zu verlieren
  2. zwischen den Spielen regelmäßige Pausen festlegen sollte
  3. sich niemals Geld zum Spielen ausleihen sollte
  4. Minderjährigen den Zugriff zum persönlichen Spielerkonto unmöglich machen soll

Zusätzlich können die Betreiber Tests zur Erkennung einer Spielsucht anbieten und die Kontaktdaten von Organisationen zur Bekämpfung der Spielsucht bereitstellen.

Die meisten Glücksspielbetreiber bieten den Spielern die Möglichkeit, den Zugang zu Spielen zu blockieren, um eine aufkommende Spielsucht im Keim zu ersticken. Ein Selbstausschluss hat zur Folge, dass der Betreiber dem Benutzer den Zugang zu den Online-Spielen oder zum Konto für einen selbstgewählten Zeitraum unwiderruflich sperrt.

Diese Pause bietet dem Spieler die Möglichkeit, sein Spielverhalten zu überdenken und anzupassen. Das ist besonders hilfreich für diejenigen, die noch nicht bereit sind, sich dem Problem der Spielsucht zu stellen, aber bereits erste Anzeichen dafür erkannt haben. Neben der Möglichkeit des Selbstausschlusses sollten Onlinespielbanken den Spielern auch ermöglichen, eigenhändig Limits für das Glücksspiel einzurichten:

  • Tägliche, wöchentliche und monatliche Einzahlungslimits
  • Begrenzung des Höchsteinsatzes pro Spielrunde
  • Realitätschecks zur Verbesserung der zeitlichen Wahrnehmung
  • Abkühlphasen von mehreren Stunden oder Tagen
  • Verlustlimits pro Sitzung

Diese Limits verhindern, dass Spieler unbegrenzte Geldmengen einzahlen können, begrenzen somit die möglichen Verluste und ermöglichen ein selbstverantwortliches Spielumfeld.

Eine verantwortungsvolle Onlinespielbank empfiehlt seinen Nutzern, bei Glücksspielproblemen eine spezielle Software zu verwenden, die die Glücksspielaktivitäten überwacht. Die bekanntesten Programme auf diesem Gebiet sind NetNanny, CyberPatrol, Ludoman und noch einige andere. Sie registrieren Ihre Spielgewohnheiten und werten diese Daten aus, um Ihre Spielaktivität zu steuern. Das kann zu einem kompletten blockieren von Glücksspiel-Webseiten führen.

Mit solchen und ähnlichen Methoden können Betreiber schon bei der Entstehung von Spielsucht Hilfe leisten und somit eine sichere Umgebung schaffen.

Spielsucht erkannt - Wie kann ich helfen?

Wenn eine Person in Ihrem Umfeld ein Spielproblem hat, empfinden Sie wahrscheinlich widersprüchliche Emotionen. Womöglich haben Sie aus Hilfsbereitschaft viel Zeit und Energie investiert, um ihn oder sie vom Spielen abzuhalten. Vielleicht sind Sie aber auch wütend, weil der Betroffene immer wieder spielt und Sie es satthaben, die Fassade aufrechtzuerhalten. Ihr Angehöriger hat sich eventuell Geld geliehen oder sogar gestohlen, ohne Hoffnung darauf, dass Sie es jemals zurückzahlen können. Vielleicht wurde sogar Familienbesitz verkauft oder es wurden hohe Kredite auf gemeinsamen Bankkonten aufgenommen.

Süchtige Spieler sind auf die Hilfe von Freunden und Familienangehörigen angewiesen, die den Kampf gegen den Zwang zu spielen unterstützen. Die Entscheidung, mit dem Spielen aufzuhören, muss aber von ihnen selber kommen. Da die Betroffenen die Auswirkungen ihres Handelns oft nicht erkennen oder sie einfach ignoriert werden, können Sie niemanden zwingen, mit dem Zocken aufzuhören. Sie können sie aber ermutigen, Hilfe zu suchen und sie dabei unterstützen. Wichtig ist dabei, dass Sie sich selber schützen.

  • Helfen Sie in erster Linie sich selbst
    Sie haben das gute Recht, sich emotional und finanziell zu schützen. Lassen Sie keine Schuldgefühle zu und lassen Sie sich nicht von den Problemen des Spielers und seiner Abhängigkeit beherrschen.
  • Holen Sie sich Hilfe
    Es kann nervenzerreibend sein, die Sucht eines geliebten Menschen mit anzusehen und oft ist man geneigt, aufzugeben und die Sucht zu tolerieren. Wenn Sie sich Unterstützung in entsprechenden Anlaufstellen suchen, werden Sie erkennen, dass viele andere Familien mit demselben Problem dastehen und Ihnen beim Spielsucht bekämpfen Tipps geben können.
  • Setzen Sie Grenzen im Umgang mit Finanzen
    Damit der Spielsüchtige rechenschaftspflichtig bleibt und keinen Rückfall erleidet, sollten Sie die finanziellen Angelegenheiten der Familie übernehmen. Das bedeutet nicht, dass Sie der spielsüchtigen Person das Geld für die Spielimpulse einteilen, sondern sicherstellen, dass Ihr eigenes Geld nicht gefährdet ist und laufende Kosten bezahlt werden können.
  • Überlegen Sie sich, wie Sie auf Geldanfragen reagieren werden
    Spielsüchtige sind Meister darin, um Geld zu bitten. Sie schrecken auch nicht vor Manipulationen oder Drohungen zurück, um es zu bekommen. Es kostet Zeit und Ausdauer zu widerstehen und die Spielabhängigkeit Ihrer Vertrauten nicht zu unterstützen.

Was können Sie sonst noch tun? Hier haben wir ein paar weitere hilfreiche Tipps:

  • Besprechen Sie das Spielproblem und seine Konsequenzen mit Ihrem Partner in einer entspannten Atmosphäre, und nicht, wenn Sie gereizt sind.
  • Suchen Sie sich professionelle Hilfe. In Selbsthilfegruppen für Familienangehörige von Spielsüchtigen lernen Sie Menschen kennen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.
  • Teilen Sie dem Spielsüchtigen offen mit, dass Sie Hilfe suchen, da durch das Glücksspiel die ganze Familie in Mitleidenschaft gezogen wird.
  • Beziehen Sie auch Ihre Kinder in das Spielsuchtproblem Ihres Partners ein.
  • Verwalten Sie die Finanzen der Familie und überprüfen Sie penibel die Kreditkartenabrechnungen.
  • Motivieren und unterstützen Sie die betroffene Person permanent bei der Bekämpfung des Spielproblems, selbst wenn es ein langwieriger Prozess mit zahlreichen Rückschlägen ist.

Um dem Spielsüchtigen erfolgreich helfen zu können, sollten Sie Folgendes unbedingt vermeiden:

  • Sprechen Sie keine Drohungen oder ein Ultimatum aus, die Sie nicht einhalten können.
  • Übersehen oder vergessen Sie nie die positiven Eigenschaften Ihres Partners.
  • Schließen Sie den Spielsüchtigen nicht von der Teilnahme am Familienleben aus.
  • Erwarten Sie nicht, dass der Genesungsprozess der spielsüchtigen Person reibungslos verläuft. Auch nach der aktiven Spielphase können Probleme auftauchen, die der eigentliche Grund für die Spielsucht sind.
  • Übernehmen Sie nicht die Schulden Ihres Partners oder finanzieren sein Glücksspiel in irgendeiner Weise.
  • Vertuschen oder verheimlichen Sie das Problem des Spielsüchtigen nicht vor sich selbst oder gegenüber anderen.

Jugendschutz

Sie denken wahrscheinlich, es ist viel zu früh, um bei Ihrem Kind an Glücksspiele zu denken. Doch leider betrifft Spielsucht Kinder gleichermaßen. Einige Kinder fangen sehr früh an zu spielen, teilweise schon im Alter von 10 Jahren. Das Durchschnittsalter, in dem Kinder mit dem Spielen beginnen, liegt dennoch bei 15 Jahren.

Für Kinder und Jugendliche sind häusliche Kartenspiele, Lottoscheine und Rubbellose oft der erste Kontakt mit dem Glücksspiel. Viele Kinder wechseln von diesen „harmlosen“ Spielen später zu ernsteren Glücksspielen wie Pferderennen oder andere Sportwetten.

Ohne die richtige Prävention sind Kinder heutzutage durch digitale Medien dem Glücksspiel ausgesetzt. Im Fernsehen läuft pausenlos Glücksspielwerbung und im Internet warten Tausende von Online-Glücksspielwebsites, auf die Kinder möglicherweise Zugriff haben. Auf Smartphones und Facebook-Apps können Kinder oft ohne Geld Glücksspiele spielen und selbst viele ansonsten harmlose Videospiele haben eingebaute Module mit Glücksspiel-Charakter.

Was bewegt Kinder dazu, zu spielen? Das Glücksspiel inklusive Sportwetten ist mittlerweile so weit in unserer Gesellschaft verbreitet, dass Kinder es als normalen Bestandteil des Alltags empfinden. Die Glücksspielwerbung vermittelt Impulse, dass Glücksspiele Spaß machen, spannend sind und eine einfache Möglichkeit bieten, schnell reich zu werden.

Viele Jugendliche sehen das Glücksspiel als eine soziale Aktivität an, da sie durch eingebaute Chat-Funktionen mit Freunden spielen und ihre Glücksspielerfolge austauschen können. So werden auch andere Jugendliche zum Wetten animiert.

Online-Glücksspiele sind oft manipuliert, sodass die Spieler im Übungsmodus zunächst viel gewinnen. Jugendliche werden so irregeleitet und denken, dass sie mit echtem Geld ebenfalls gewinnen. Fast alle Spielsüchtigen hatten zu Beginn ihrer Glücksspielkarriere ein Erfolgserlebnis, bei dem sie einen bedeutenden Gewinn erzielt haben.

Glücksspiel basiert komplett auf Zufall, aber einige Online-Glücksspiele wirken wie Videospiele, bei denen es auf Geschicklichkeit ankommt. Deshalb denken viele junge Spieler, dass Glücksspiel durch Geschicklichkeit beeinflusst werden kann. Dadurch werden unrealistische oder schlichtweg falsche Vorstellungen über das Glücksspiel und die damit verbundenen Gewinnchancen vermittelt.

Um Spielabhängigkeit bei Kindern vorzubeugen, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Kinder und Jugendliche sind von Natur aus wissbegierig. Nutzen Sie diese Eigenschaft, um ihnen das Glücksspiel inklusive der geringen Wahrscheinlichkeit auf langfristige Gewinne näherzubringen.
  • Erklären Sie die Gewinnchancen so, dass sie für Kinder verständlich sind. Nutzen Sie Beispiele wie mehrere aufeinanderfolgende Münzwürfe oder das Herausfischen einer schwarzen Murmel aus einem Sack mit 100 Glasmurmeln.
  • Vermitteln Sie ihrem Kind, dass Glücksspielanbieter Unternehmen sind, die Angestellte, Miete usw. bezahlen müssen und deshalb immer mehr Geld einnehmen müssen, als sie an Gewinnen auszahlen.
  • Achten Sie auf Warnzeichen für Glücksspiele. Für Kinder mit schulischen Problemen oder Schwierigkeiten im familiären Umfeld kann das Spielen eine unterhaltsame, aber wenig hilfreiche Möglichkeit sein, um Langeweile zu entfliehen oder Stress und andere Probleme zu bewältigen.
  • Achten Sie auf Anzeichen von sozialen oder psychischen Problemen, denn so können Sie eventuell dem Glücksspiel vorbeugend entgegenwirken.
  • Fördern Sie außerschulische Aktivitäten. Das bietet Ihrem Kind die Möglichkeit, positiv mit Langeweile oder Stress umzugehen. Helfen Sie Ihrem Kind, sich wohl zu fühlen und Spaß zu haben.

Überdenken Sie die Einstellung und Aktivitäten Ihrer Familie in Bezug auf Glücksspiel

Die Einstellung Ihrer Familie zum Glücksspiel beeinflusst auch die Entwicklung Ihres Kindes. Je weniger es mit Glücksspiel in Berührung kommt, desto geringer sind die Chancen, dass es ein Glücksspielproblem entwickelt.

Kinder kopieren, was ihre Eltern tun. Wenn Eltern regelmäßig Poker spielen, Rubbellose kaufen, Lotto spielen oder Sportwetten abschließen, prägt sich das Glücksspiel bei Kindern als normales Verhalten ein. Eltern, die selber regelmäßig spielen, senden ihren Kindern unbewusst Impulse, dass Glücksspiele Spaß machen und man damit Geld verdienen kann.

Um Ihrem Kind den Unterschied zwischen Online-Glücksspielen und qualitativ hochwertigen Medien zu vermitteln, sollten Sie mit Ihrem Kind über Videospiele mit Glücksspielthemen sprechen und ihm erklären, warum Sie nicht möchten, dass es sie spielt.

Wenn Sie es schaffen, Ihrem Kind einen ausgewogenen Umgang mit den Medien zu vermitteln, hat es viele sinnvolle Möglichkeiten, um Langeweile zu vermeiden und Stress abzubauen. Gleichzeitig werden Online-Glücksspiele und Spiele im Allgemeinen uninteressanter.

Beziehen Sie Ihr Kind ein, wenn Sie die Regeln für die Nutzung des Familienbildschirms und der Internetnutzung festlegen. Denn nur so kann Ihr Kind die Regeln verstehen und akzeptieren, anstatt sie blind zu befolgen. Diese Regeln können auch festgelegte Grenzen für Spiele mit Glücksspiel-Charakter und die Nutzung Ihrer Kreditkarte im Internet beinhalten.

Ziel ist es, sicherzustellen, dass Kinder die Bildschirmzeit sinnvoll nutzen und pädagogisch wertvolle digitale Medien verwenden. Unsere Checkliste für angemessene Bildschirmzeiten gibt Ihnen für jede Altersstufe Anhaltspunkte zu Bildschirmzeiten und eine Auswahl digitaler Medien für Kinder und Jugendliche.

Glücksspielprobleme bei Kindern zu bemerken, kann schwierig sein, da sie keine offensichtlichen finanziellen Schwierigkeiten haben, wie es bei erwachsenen Problemspielern oft der Fall ist.

Dennoch gibt es Warnzeichen, die einen Hinweis darauf geben, dass Ihr Kind potenzielle Schwierigkeiten mit dem Glücksspiel hat:

  1. Plötzliche Veränderungen im Umgang mit Geld. Wenn Ihr Kind kein Geld mehr hat, oder es sich Geld innerhalb der Familie oder von Freunden leiht.
  2. Wenn Ihr Kind an Glücksspiel-Entzug leidet, können Müdigkeit durch Veränderungen des Schlafmusters, ein niedriges Energieniveau oder sogar Stimmungsschwankungen bis hin zur Reizbarkeit auftreten.
  3. Auch schlechteren Noten in der Schule kann ein Glücksspielproblem zugrunde liegen.
  4. Ihr Kind distanziert sich von Freunden und nimmt weniger an sozialen Aktivitäten und außerschulischen Veranstaltungen teil.
  5. Ihr Kind interessiert sich mehr für die Wettquoten als für das Sportereignis selbst.
  6. Verheimlichung des Glücksspiels oder vehementes Abstreiten eines Problems.
  7. Wenn ein Problem besteht, neigen Kinder oft dazu, es herunterzuspielen, indem sie Formulierungen wie zum Beispiel „Sei doch froh, dass ich keine Drogen nehme“ benutzen.

Für weitere Informationen zu Glücksspiel bei Kindern wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, einen Kinderpsychologen oder eine örtliche Anlaufstelle für problematisches Glücksspiel.

Es gibt weitere Faktoren, die begünstigen, dass Ihr Nachwuchs in der Kindheit, der Jugend oder erst später im Erwachsenenleben Glücksspielprobleme entwickelt.

  • Ihr Kind hat unkontrollierten Zugang zu Spielen bei Freunden, in der Schule, oder im Internet.
  • Ihr Kind fängt schon in jungen Jahren an, zu spielen, spielt übermäßig viel oder erzielt früh im Leben einen relativ hohen Gewinn.
  • Ihr Kind denkt, dass der Gewinn eines großen Lotterie-Jackpots Gang und Gäbe ist
  • Das Spielen gilt in seinem Freundeskreis als cool.

Spielprobleme entwickeln sich häufiger bei Kindern, die:

  • rauchen, trinken oder Drogen nehmen
  • andere Risikomuster wie Gewalt, Vandalismus oder Ladendiebstahl zeigen
  • Probleme in der Schule haben
  • einen Elternteil mit eigenem Spielproblem haben
  • eine extrovertierte, impulsive und sensationssuchende Persönlichkeit besitzen
  • unter Angstzuständen, Depressionen oder Stress leiden
  • Probleme ignorieren oder verdrängen, anstatt sich mit ihnen auseinanderzusetzen

Die Risiken bei Glücksspielen sollten nicht unterschätzt werden. Während das Glücksspiel bei älteren Jugendlichen als Ausprobieren neuer Erfahrungen gilt, erhöht das Spielen in der Kindheit das Risiko von Glücksspielproblemen im Erwachsenenalter. Über 30 % der erwachsenen Problemspieler, die in Behandlung sind, begannen bereits im Alter von 11 bis 14 Jahren zu spielen.

Jugendliche Problemspieler sind zusätzlich zu den bereits genannten Gefahren auch prädestiniert, andere schädliche Verhaltensweisen zu entwickeln. Das beinhaltet:

  • antisoziales Verhalten
  • Abfall der schulischen Leistungen bis hin zum Schulabbruch
  • Rauchen, exzessiver Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Häufig auftretende Angstzustände oder Depressionen
  • Distanzierung von Freunden, die nicht spielen

Wo finde ich professionelle Hilfe bei Spielsucht?

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person an Spielsucht leidet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Problem anzugehen. Zunächst ist es wichtig, herauszufinden, ob es sich wirklich um Spielsucht handelt. Dazu eignen sich Selbsttests wie z. B. der auf check-dein-spiel.de. Der Test deckt auf, ob Sie Spielsucht Symptome zeigen. Wenn der Therapie Test eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Spielsucht zeigt, empfehlen wir Ihnen, professionelle Spezialisten aufzusuchen. Spielsucht bekämpfen, ohne Therapie zu beanspruchen, ähnelt einem Kampf gegen ein siebenköpfiges Monster. Sollten Sie dazu keine Möglichkeit haben, können Sie auf folgenden Webseiten Spielsucht Selbsthilfe finden:

  • Offizielle deutsche Webseite zur Bekämpfung von Spielsucht: spiel-mit-verantwortung.de
  • Hilfe bei der Suchtbekämpfung und Therapie: spielsucht-therapie.de
  • AG-Spielsucht der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie: ag-spielsucht.charite.de
  • Bayerische Landesstelle für Glücksspielsucht: verspiel-nicht-dein-leben.de
  • Spielsucht -Ursachen, Warnzeichen, Diagnose: netdoktor.de/krankheiten/spielsucht/
  • Internationale Websites: GambleAware, Gambling Therapy, Gamblers Anonymous

Wenn Sie glauben, dass Sie spielabhängig sind, sollten Sie keine Zeit verlieren, Hilfe zu suchen. Genau wie alle anderen Abhängigkeiten kann Glücksspielsucht im Anfangsstadium wesentlich leichter und schneller behandelt werden.